Gemeinwohlökonomie – Eine Wirtschaft zum Wohle aller!

Wie würde eine Ökonomie aussehen, in der nicht das Geld, sondern das Gemeinwohl zum obersten Ziel des Wirtschaftens wird?
Die Gemeinwohl-Ökonomie ist der Modellentwurf einer ethischen Wirtschaftsordnung, die für alle Menschen die gleichen Rechte, Freiheiten und Chancen vorsieht. Sie überwindet das Grundproblem der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung – die Verwechslung von Ziel (Gemeinwohl) und Mittel (Geld). Der neue Fokus richtet sich auf die Mehrung des Gemeinwohls anstatt auf die Mehrung des Kapitals.

Die Gemeinwohl-Ökonomie tritt für folgende Ideale ein:

  • Ethische Arbeitsbedingungen in der Wirtschaft, ohne Erniedrigung oder Gewalt
  • Ziel ist nicht die Vermehrung des Geldkapitals, sondern das gute Leben für alle
  • Wiedereinführung eines gemeinwohlorientierten Finanzsektors
  • Beendigung der ökologischen Zerstörung
  • Nachhaltiges und sinnvolles Wirtschaften bzw. Produzieren von Gütern
  • Vertrauensbildung, Wertschätzung, Kooperationen, Solidarität und Teilen, Gemeinwohlstreben

 

Zahlen zur Verbreitung der GWÖ
Die Gemeinwohl-Ökonomie ist nicht nur eine Idee, sondern Realität. Weltweit hat sich – Stand 2015 – eine zivilgesellschaftliche Bewegung in über 40 Staaten mit 19 Vereinen und über 100 regionalen Gruppen aufgespannt. Mehr als 2000 Unternehmen unterstützen das Modell, 350 davon haben bereits eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt.


Gemeinwohl in den Verfassungen
Schon heute ist die Gemeinwohl-Ökonomie in zahlreichen Verfassungen verankert:

„Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl.“
(Bayrische Verfassung, Art. 151)

„Kapitalbildung ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zur Entfaltung der Volkswirtschaft.“
(Bayrische Verfassung, Art. 157)

„Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen.“
(Deutsches Grundgesetz, Art. 14)

„Das Gesetz bestimmt die Wirtschaftspläne, damit die öffentliche und private Wirtschaftstätigkeit nach dem Allgemeinwohl ausgerichtet werden können.“
(Verfassung Italiens, Art. 41)

„Die wirtschaftliche Aktivität und die Privatinitiative sind frei, innerhalb der Grenzen des Gemeinwohls.“
(Verfassung Kolumbiens, Art. 333)